AUF DEN WEG GEBRACHT

wertfrei wird wertvoll!

Eine Kita wird nachhaltig

In Reykjavik konnten wir eine Preschool kennenlernen, in der es (fast) keine Mülleimer gibt. Unglaublich für unser Pädagog*innen-Team aus Berlin. Und sehr beeindruckend. Zurück in Berlin begannen wir, unsere Kita mit anderen Augen zu sehen. Und mit jeder Woche die verging wurde uns bewusster – wir möchten etwas verändern. Drei Monate später haben wir das Umdenken begonnen. Und mit uns 100 Kinder…
Ein Rückblick auf 14 Monate neuer Ansätze.

Unsere Küche hat täglich Unmengen von Verpackungsmüll!

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Wir haben 4 Wochen den Küchenmüll gesammelt, hier das Ergebnis

62 Kartons unterschiedlicher Größe
16 Obstkisten (Pappe offen)

3 Bananenkisten

16 Holzkisten

480 Milchkartons á 1l.

48 Kartonumverpackungen für Milchkartons

20 Saftkartons á 1l.

1,2kg Plastikumverpackungen

27 Dosen

17 Eierpaletten á 25 Eier

3 Ölflaschen á 10l

42 Plastikeimer

6 Sahnekartons á 1l.

22 Margarinebecher

4 Netze für Kartoffeln/Zwiebeln

Der Stein des Anstoßes…

…und unsere Gedanken fuhren Karussell

Aquarien Basteln Buddybear Eierpapphaus Eigener Anbau Mathe Modellbau Obst Palleten Pflanzdosen Pflanzenanzucht Schrott

Da standen wir also. In einer Preeschool in Reykjavik. Eigentlich wollte eine Kollegin nur einen Kaugummi wegwerfen. Aber da war kein Mülleimer. Stattdessen weiße Boxen, gekennzeichnet mit aufgeklebtem Papier, Pappe, Plastik. Kein Restmüll. Beim Umschauen in der Einrichtung sahen wir aus Kisten gebaute Raumtrenner, aufgeschnittene Verpackungen als „Malpapier“, Kunstwerke von Kindern aus Verpackungen und Naturmaterialien. In einem Film konnten wir sehen, wie Kinder in Fässern all das kompostieren, das in der Küche abfiel. Und dabei waren sie so sicher und geübt, als hätten sie nie etwas anderes getan. Auf isländisch erklärten sie die verschiedenen Phasen der Kompostierung. Kinder im Alter von 4, 5 und 6 Jahren.
Die Einrichtung hat 80 Kinder, ist also keine kleine Einrichtung. Und ein Prinzip, das uns ins Nachdenken brachte. Bilder aus unserer Einrichtung, von Küchenmüll, Verpackungsmüll, gebleichtem Malpapier und gekauftem Kreativmaterial gingen uns wohl allen durch den Kopf. Und Bilder von den Kindern in unserer Einrichtung, die häufig nach wenigen Strichen die Entscheidung trafen, dass ihr Blatt voll und nicht aufhebenswert sei. Also ab in die Tonne….

Was tun mit den Denkanstößen?

Wir hatten ein Müllproblem, jetzt haben wir Material für (fast) alles…

Im Januar 2017 haben wir begonnen, unsere Gedanken zusammenzutragen und mit Kindern ins Gespräch zu gehen. Sie mitzunehmen auf den Weg des Umdenkens, auf Schatzsuche… Inzwischen ist viel passiert. Und noch so viel möglich!

Mit diesem Antrag ist es uns gelungen, sichtbar zu machen, wie Nachhaltigkeit in der Kita bereits beginnen kann und erhielten dafür den Pankower Umweltpreis 2018!